Mit Affengeschrei und Kanonenschüssen beim beliebtesten Drachenbootrennen Europas dem Monkey Jumble

SÜDKURIER vom XX.10.18

Beim sogenannten „Monkey Jumble“, einem fast schon legendären Drachenbootrennen in Saarbrücken, war auch in diesem Jahr zum 3. Mal in Folge das Drachenbootteam „Bodenseedrache“ vom Kanu-Club Konstanz am Start. Gemeinsam mit 52 anderen Teams aus ganz Europa galt es die 11 km lange Strecke mit 3 tückischen Wenden zu bestreiten, die das Rennen mitunter entscheidend beeinflussen konnten. Die Startplätze sind bei diesem Rennen so begehrt, dass bereits wenige Sekunden nach Freischaltung, alle Plätze vergeben sind. Für die Teams bedeutet das, dass sie sehr schnell bei der Anmeldung sein müssen, der Bodenseedrache gehörte zu den Glücklichen und konnte das Rennen von Startplatz 22 aus beginnen. Bereits in der ersten Wende wurde dem Bodenseedrache durch eine harte Attacke der  Drachenschwanz von einem der gegnerischen Teams, das wohl zu dicht aufgefahren war, „entfernt“. Für das starke Team aus Konstanz war das aber kein Hindernis alles zu geben, denn sie hatten sich in den letzten Wochen gut auf diesen Tag vorbereitet. Um ein Drachenboot voll zu besetzten, reichten jedoch 12 Konstanzer nicht aus. Zum Glück konnten 6 hochmotivierte Paddler/-innen aus der Schweiz und 2 Paddler aus Heilbronn für das Team aus Konstanz rekrutiert werden, welches von Thomas Maier seit mehreren Jahren trainiert wird. In diesem Jahr nahm sich das Team fest vor, die gute Zeit vom Vorjahr wieder zu erreichen, wenn nicht sogar zu übertreffen.

Der Startschuss erfolgt traditionell durch laute Kanonenschüsse, die dafür sorgen, dass sich die Anspannung der Teilnehmer löst und sich schlagartig in Energie umwandelt. Die zahlreichen Drachenboote setzen sich dann unter dem tosenden Beifall der zahlreichen Schaulustigen in Bewegung und jede Mannschaft zeigt, dass es nicht umsonst trainiert hat. Begleitet wird das Ganze durch Affengeschrei, was dem Rennen einen ganz besonderen Reiz verleiht. Der Bodenseedrache hatte Glück und konnte sich mehrmals gegen seine Gegner durchsetzten, sodass sie in den Wenden jeweils eine taktisch gute Position einnehmen konnten. Mehrere Zwischensprints wurden angezählt und jedes Mal konnten sich die Paddler noch steigern. Besonders spannend wird es, wenn mehrere Boote nebeneinander her fahren und versuchen auf der Welle des jeweils anderen mitzufahren. Mitunter kann es passieren, dass sich die Boote gegenseitig behindern, doch auch Dank Steuerfrau Antje Böhme, konnte sich der Bodenseedrache Bank für Bank nach vorne kämpfen.

Bei einem Wettkampf von dieser Länge ist es wichtig, dass die Schlagreihe, die richtige Frequenz wählt, damit die anderen Paddler/-innen das Tempo halten und maximalen Druck geben können. Eine gute Grundausdauer ist dabei von großem Vorteil, genauso wie ein perfekt aufeinander abgestimmtes Team. Jasmin Schlinker und Denise Stockbridge schafften es, die richtige Frequenz zu wählen und auch sonst stimmte die Chemie beim Bodenseedrache. Als die Mannschaft schließlich nach einem harten Endspurt gegen die River Dragons aus den Niederlanden über die Ziellinie paddelten, waren sie mit einer Zeit von 56:09,796 Minuten nur 27 Sekunden langsamer als im Vorjahr. Ihr Ziel haben sie somit zwar knapp verfehlt, doch alle waren mehr als zufrieden mit ihrer Leistung. In der Gesamtwertung erreichten sie Platz 15 vor den River Dragons. Im nächsten Jahr werden die Konstanzer dann erneut versuchen ihre Bestzeit zu knacken, denn der Monkey Jumble steht bereits fest im Kalender der Konstanzer.


Club-Crew Weltmeisterschaft im Drachenboot in Ungarn

SÜDKURIER vom 03.08.18

Eines der größten Events, die es im Drachenbootsport in den letzten Jahren gegeben hat, fand in diesem Jahr im ungarischen Szeged statt. Zu der 6-tägigen Club-Crew Weltmeisterschaft reisten ca. 6.100 Sportler/-innen aus 27 Nationen an, sie verteilten sich dabei auf etwa 140 Teams, die um die begehrten Weltmeistertitel kämpften, das ist im Drachenbootsport eine beinahe rekordverdächtige Zahl. An diesem besonderen Event waren auch Jasmin Schlinker, Jessica und Nicole Böhme sowie Thomas Maier vom Kanu-Club Konstanz unter den Teilnehmenden. Während der 6 Wettkampftage kämpften die vier, mit ihrem Team den Neckardrachen, einer Renngemeinschaft mit Sitz in Heilbronn, gegen die starke Konkurrenz aus aller Welt. Die Sportler reisten dabei nicht nur aus zahlreichen europäischen Ländern an, sondern kamen unter anderem auch aus Australien, Neuseeland, Iran, Katar, China, USA oder Singapur. Die größte Teilnehmerzahl stellte in diesem Jahr Kanada, deren sehr starke Mannschaften es der Konkurrenz nicht immer leicht machten, doch Sieg und Niederlage stehen im Drachenboot nicht unbedingt im Vordergrund. Vielmehr zählen Ehrgeiz, Teamgeist und der Austausch von Kulturen und Erfahrungen von unterschiedlichen Menschen, deren einzige Gemeinsamkeit oft nur der Sport darstellt. Schon bei der Eröffnungsfeier am Montag konnten sich die Teilnehmenden gegenseitig kennenlernen und die waghalsigen Flugkünste eines Air-Race-Piloten bewundern.

Am Dienstag startete dann für alle endlich die Weltmeisterschaft und von da an hieß es, jeden Tag sein Bestes zu geben. Die vier Konstanzer starteten in drei verschiedenen Altersklassen und bereicherten ihr Team als Paddler (Jasmin Schlinker und Thomas Maier), sowie als Trommlerinnen (Nicole und Jessica Böhme). Sich unter einem so großen Starterfeld zu behaupten war keine leichte Aufgabe, denn besonders die kanadischen Teams machten es ihren Gegnern schwer auf die vorderen Plätze zu gelangen. Doch die Neckardrachen kämpften sich durch Vorläufe, Zwischenläufe und Halbfinale in sehr vielen Rennen bis ins Finale und konnten auch dort sehr gute Ergebnisse erzielen. So erreichte das Team Neckardrachen in der Klasse Open Ü40 (Paddler 40 oder älter) auf der 200 m Distanz, in der Thomas Maier mit seinen Kollegen paddelte und Jessica Böhme das Team von der Trommel aus unterstütze nach einem sehr spannenden Rennen den 3. Platz. Auf der gleichen Distanz erreichten Jasmin Schlinker und Nicole Böhme in der Kategorie Premier Mixed (Paddler/-innen meist zwischen 18 und 40) mit wenigen Zehntel Sekunden Rückstand den 5. Platz. In ihrer Altersklasse machten es die Kanadier den Deutschen schwer, sich überhaupt für das Finale zu qualifizieren, umso größer war die Freude dann, als sie im Finale einige der Gegner hinter sich lassen konnte. Sollte man den Einzug ins Finale knapp verpasst haben und sich stattdessen „nur“ für das B-Finale qualifiziert habe, dann wurden die Köpfe dennoch nicht hängen gelassen. Vielmehr wurde jede Energie darauf verwendet, im B-Finale als Sieger hervorzugehen. Auf der 500 m Distanz in der Kategorie Premier Damen gingen die Neckardrachen im Smallboot mit Jasmin Schlinker als Paddlerin und Nicole Böhme auf der Trommel im B-Finale als klarer Sieger hervor und feierten ihren 8. Platz in der Gesamtwertung als wäre es der Weltmeistertitel gewesen. Ähnlich ging es Jessica Böhme und Thomas Maier auf der gleichen Distanz in der Kategorie Ü40 Open, auch sie konnten das B-Finale als Sieger verlassen und erreichten einen guten 8.Platz.

Auf den 2.000 m Rennen wurde den Neckardrachen schließlich alles abverlangt, denn besonders die Wenden erwiesen sich als große Herausforderung. Dabei ist nicht nur die Erfahrung der Steuerleute, sondern der Einsatz des ganzen Teams gefragt, ein winziger Fehler, kann mitunter das ganze Rennen beeinflussen. Jessica Böhme und Thomas Maier erreichten in diesem Rennen in der Kategorie Ü40 Open den 7. Platz. Eine Schrecksekunde gab es jedoch für die Neckardrachen in der Kategorie Ü50 Mixed, in der auch Thomas Maier am Start gewesen war, denn nach einer unberechtigten Zeitstrafe, waren sie plötzlich nicht mehr auf ihrem verdienten 3. Platz. Doch der Einspruch des Trainers und die Fernsehbilder zeigten, dass die Neckardrachen keinen Fehler gemacht hatten und sie ihre Medaille zu Recht erhalten hatten. In der Kategorie Ü50 Open erreichte Thomas Maier außerdem einen überragenden 2. Platz nachdem er mit seinen Teamkollegen ein wirklich starkes Rennen gefahren war. Ein ebenfalls beachtliches Ergebnis erzielten Jasmin Schlinker und Nicole Böhme in der Kategorie Premier Damen. In einem spannenden Rennen wurde ihr harter Einsatz mit einem 5. Platz belohnt, mit nur 2 Sekunden Rückstand auf den 3. Platzierten, was auf 2.000 m Distanz ein starkes Ergebnis ist.

 

Nach einer Woche in glühender Hitze mit nur wenigen Regenschauern, ging die Club-Crew Weltmeisterschaft mit einer riesigen Freiluftdisco zu Ende, bei der alle Teams noch einmal gemeinsam feiern konnten und sich über die Zeit in Szeged austauschen durften. Für ein so großes Event mit rekordverdächtigen Zahlen, war es ausgesprochen gut organisiert und man fand wenig Grund zur Beschwerde. Alle Sportler/-innen werden dieses besondere Event bestimmt noch lange in Erinnerung behalten und sich schon auf die nächste Veranstaltung im Drachenbootsport freuen. Die Neckardrachen erlebten auf der Abschlusszeremonie ebenfalls eine große Überraschung, denn bei der Ehrung des Gesamtsiegers aus Montreal, erfuhren sie, dass sie mit 2 Weltmeistertiteln, einem 2. Platz, zwei dritten Plätzen und anderen sehr guten Platzierungen im oberen Bereich die 2. beste Mannschaft dieser WM waren. Angesichts der großen und starken Konkurrenz aus aller Welt ist das durchaus etwas, auf das die gesamte Mannschaft wirklich stolz sein kann, denn dieser Erfolg ist allein dem harten Training der letzten Wochen geschuldet und sie haben es sich verdient. 


Erfolgsserie auf der deutschen Meisterschaft in München

Bei der 7. gemeinsamen Drachenbootmeisterschaft im Standardboot in München waren die Mitglieder vom Kanu-Club Konstanz Anna Sprenger, Denise Stockbridge, Jasmin Schlinker, Jessica Böhme und Thomas Maier mehr als erfolgreich. An zwei Tagen kämpften die 5 gemeinsam mit ihren Teams auf der Regattastrecke in Oberschleißheim gegen Sportler aus ganz Deutschland. Auf den Distanzen 200 Meter, 500 Meter und 2000 Meter mussten sie bei strahlendem Sonnenschein unter Beweis stellen, dass das Training der letzten Wochen nicht umsonst gewesen war.

Denise Stockbridge, die für die Mannschaft Zeppelinos aus Friedrichshafen paddelte, startete auf den Distanzen 200 und 500 Meter jeweils in der Kategorie Premium Damen (Paddlerinnen meist unter 40). Beide Distanzen wurden in Zeitläufe gefahren, bei denen die Zeiten addiert und so der Gewinner ausgemacht wird. Das Team von Denise kämpfte hart, doch am Ende reichte es „nur“ mit wenigen Zehntel Sekunden Rückstand für den vierten Platz. Auch Anna Sprenger startete in dieser Kategorie für die Zeppelinos, allerdings hatte die Mannschaft zwei Teams gemeldet, sodass sich Anna mit ihrem Team auf der 200 Meter Distanz den Vize-Meistertitel sicherte. Auf der 500 Meter Distanz hingegen landete sie auf dem 3. Platz vor dem Team von Denise aus der eigenen Mannschaft, die das Treppchen nur knapp verpassten. Dafür war das Team von Jasmin Schlinker, die für die Neckardrachen aus Heilbronn startete im gleichen Rennen umso erfolgreicher, denn sowohl auf 200 Meter als auch auf 500 Meter sicherte sich Jasmin Schlinker mit ihren Teamkolleginnen  den Meistertitel. Ihre Mannschaft hatte alles richtig gemacht und in den Zeitläufen die Nerven behalten und die nötige Ausdauer gezeigt. Doch auch für Denise Stockbridge hat sich das harte Training im Vorfeld gelohnt, denn auf der Distanz über 2000 m bewies sie im Premier Mixed Team mit den Zeppelions Kraft- und Durchhaltevermögen. Bei den Rennen über 2000 Meter mussten 4 Wenden gefahren werden, was für das ganze Team eine große Herausforderung ist, auch Zwischensprints und Paddelfrequenz müssen möglichst so gewählt werden, dass das Team auf der langen Distanz auch wirklich alles geben kann. Doch Denise und die Zeppelinos machten alles richtig und mussten am Ende nur gegen die Neckardrachen zurückstecken, die 13 Sekunden schneller gewesen waren, was bei der 2000 Meter Distanz ein durchaus knappes Ergebnis ist.

Für Jasmin Schlinker und Jessica Böhme, die auf der Distanz über 2000 Meter mit den Neckardrachen in der Kategoeire Premier Frauen antraten, lief es ebenfalls mehr als gut. Während Jasmin Schlinker mit den anderen Frauen durch Muskelkraft das Boot vorwärts bewegte, feuerte Jessica Böhme auf der Trommel das Team an, zählte die Zwischensprints an und half dem Team durch die rhythmischen Trommelschläge die Paddelfrequenz zu halten. Einer ihrer größten Kontrahenten war Anna Sprenger mit den Zeppelinos, die ebenfalls alles gaben und bis zuletzt kämpften. Doch am Ende lief es für die Neckardrachen von Jessica Böhme und Jasmin Schlinker etwas besser und beide wurden für ihr Bemühen mit dem Meistertitel belohnt, als ihr Team nach 9 Minuten und 40 Sekunden die Ziellinie überquerte. Für Jasmin Schlinker war das bereits die dritte Goldmedaille und somit der dritte Meistertitel auf dieser deutschen Meisterschaft. Als Anna Sprenger mit ihrem Team nur wenig später die Ziellinie überquerte, war in ihrem Team ebenfalls die Freude groß, denn mit einer Zeit von 09:48 Minuten reichte es für den 2. Platz. Doch auch für Anna Sprenger war die Erfolgsserie mit diesem Vize-Meistertitel noch nicht vorbei, denn sie konnte auf der 200 Meter Distanz im Mixed einen weiteren überragenden Vize-Meistertitel einfahren und wurde mit demselben Team auch 3. auf dem Wettkampf über 500 Meter.

Jessica Böhme und Thomas Maier unterstützten als Trommlerin bzw. Paddler außerdem das Team Neckardrachen Ü40 Open und Mixed (Paddler/-innen müssen 40 oder älter sein, bei Open paddeln meist nur Männer). Auf der Distanz 200 m sicherten sich die beiden sowohl im Mixed als auch im Open Team jeweils den Vize-Meistertitel. Besonders im Wettkampf 200 m Open, war das Ergebnis denkbar knapp. In den drei Zeitläufen lagen die Neckardrachen jeweils nur wenige zehntel Sekunden hinter dem Erstplatzierten den Godfathers of WannSea Dragons aus Berlin. Im zweiten Zeitrennen lagen die Neckardrachen sogar knapp vor ihrem stärksten Konkurrenten, doch da der langsamste Zeitlauf gestrichen und die Zeiten addiert werden, reichte es am Ende nicht zum Meistertitel. Umso besser lief es für Jessica Böhme und Thomas Maier dafür auf den Distanzen über 2000 Meter und 500 Meter. Denn die Neckardrachen sind besonders bei den langen, kraftvollen Streckenschlägen sehr stark, sodass sie gut vorlegen konnten. Infolgedessen konnten die beiden insgesamt vier Meistertitel mit nach Hause nehmen. Das ist eine beachtliche Leistung, da zwischen den einzelnen Wettkämpfen oft nur wenig Zeit zur Regenration bleibt, sodass die Sportler sehr fit und ausdauernd sein müssen. Auf den 500 Meter Distanzen machte das Team von Jessica Böhme und Thomas Maier in diesem Jahr besonders spannend, so lagen sie bei dem 500 m Meter Mixed Rennen mit eine Zeit von 02:02,067 Minuten nur etwa 2 zehntel vor dem Zweitplazierten dem Team Golden Autumn aus Berlin.

Mit dieser sehr erfolgreichen Regatta ist die Wettkampfsaison jedoch noch lange nicht beendet, so findet im Juli die Club-Weltmeisterschaft in Ungarn statt, bei der wieder einige Konstanzer starten werden und im September zieht es die Sportler vom Kanu Club dann auf die Smallboot-Meisterschaft nach Schwerin. Wir dürfen also gespannt sein ob weitere Titel für die Konstanzer Drachenbootfahrer folgen werden.


Bodensee Challenge 2018 in Kreuzlingen

 

SÜDKURIER vom 


9. Offene Deutsche Drachenboot Langstreckenmeisterschaft in Essen

 

SÜDKURIER vom 24.04.18


9. Offene Deutsche Drachenboot Langstreckenmeisterschaft in Essen

 

Bei der Drachenboot-Langstreckenmeisterschaft in Essen waren auch in diesem Jahr drei Sportler/-innen des Kanu-Club Konstanz vertreten. Auf einer Distanz von 12 Kilometern mit insgesamt 5 Wenden mussten Nicole Böhme, Jasmin Schlinker und Thomas Maier mit ihren Teams beweisen, dass sie Durchhaltevermögen und die nötige Ausdauer besitzen, um bei diesem harten Wettkampf bestehen zu können. Gestartet wird unter anderem in den Kategorien Master (die Paddler/-innen müssen 40 oder älter sein) und Premier (die Paddler/-innen müssen 16 oder älter sein). Dafür beginnen die Sportler/-innen bereits Wochen vorher mit dem Training. Für die Renngemeinschaft Neckardrachen ging es in diesem Jahr um nicht mehr als die Verteidigung ihres Meistertitels vom Vorjahr, entsprechend hoch waren die Erwartungen an die Teamkameraden.

Nicole Böhme nahm mit den Neckardrachen zur Vorbereitung auf die Meisterschaft sogar am  Langstreckenrennen in Merzig eine Woche vorher teil. Als Trommlerin war es ihre Aufgabe das Team auf 10 Kilometer Distanz zum Durchhalten zu motivieren und den Takt der Schlagreihe über ihre Trommel weiterzugeben, damit alle Paddler/-innen im Gleichschlag paddeln. Nur so hat ein Team die Chance zum Sieg. Bei diesem Rennen stimmte einfach alles, sodass sich Nicole und ihr Team souverän und mit einigem Vorsprung vor ihrem größten Konkurrenten vom eigenen Verein den ersten Platz sicherten. 

Nach diesem gelungenen Auftakt ging es für Nicole Böhme, Jasmin Schlinker und Thomas Maier nach Essen. Während Nicole Böhme als Trommlerin und Thomas Maier als Paddler das Team Neckardrachen 1 in der Kategorie Masters unterstützen, ging Jasmin Schlinker als Paddlerin für die Kurpfalz-Dragons in der Kategorie Premiers an den Start. Bei relativ frischen Temperaturen und böigem Wind nahmen Langstreckensportler/-innen aus ganz Deutschland an dieser Meisterschaft teil.

Das Team von Nicole und Thomas hatte den letzten Startplatz erhalten und begann sich direkt nach dem Startschuss nach vorne zu arbeiten. Das bedeutete ein hartes Stück Arbeit, denn 12 Kilometer Strecke können auch bei erfahrenen Sportler/-innen ganz schön in die Knochen gehen. Muskelkraft alleine hilft da wenig, denn auch die richtige Technik beim Paddeln ist für das Ergebnis entscheidend. Motiviert von Nicole Böhme auf der Trommel, paddelten Thomas Maier und seine Teamkameraden unter vollem Krafteinsatz und konnten so schon bald einige Konkurrenten hinter sich lassen. Vor allem die Wenden kamen der Mannschaft mit Sitz in Heilbronn zu gute, denn durch die bessere Position in den Wenden, konnten sie dort viele Drachenboote überholen. Es ist wichtig in den Wenden eine perfekte Linie zu fahren, ansonsten kann man dort schnell seinen hart erkämpften Platz wieder verlieren. Aus diesem Grund ist eine perfekte Zusammenarbeit der ganzen Mannschaft gefragt. In einer Wende passierte es dann, ein Gegner touchierte versehentlich den Drachenbootschwanz der Neckardrachen, der daraufhin abriss. Das Team ließ sich davon aber nicht beirren und setzte den Kampf um die Titelverteidigung fort. Am Ende erreichte die Mannschaft nach 57 Minuten und 21 Sekunden die Ziellinie, damit sicherten sie sich nicht nur erneut den Meistertitel vor ihren Konkurrenten aus demselben Verein, sondern konnten sogar noch einige der jüngeren Premierteams einholen.

Auch für Jasmin Schlinker und die Kurpfalz-Dragons lief es sehr gut. Mit Startplatz 1 hatten sie zunächst freie Fahrt und konnten den Gegnern davon fahren. Doch schon nach der 3. Wende wurden sie von ihren Konkurrenten dem Team Drag Attack eingeholt. Es folgten mehrere Zwischensprints bei denen die Paddelfrequenz merklich angehoben wird, um sich ein Stück von den Gegnern abzusetzen oder auf deren Welle zu reiten, um Kraft zu sparen. Das Absetzten ist besonders kurz vor den Wenden entscheidend, da das vordere Boot die bessere Position in der Wende wählen kann. Sie lieferten sich teilweise ein spannendes Kopf an Kopf Rennen und versuchten alles, um den starken Konkurrenten aus Wuppertal wieder einzuholen. Am Ende reichte es nicht ganz, mit 55 Minuten und 58 Sekunden fehlen Jasmin Schlinker und ihrer Mannschaft nur wenige Sekunden zum ersten Rang. Ihr Team konnte sich somit über einen mehr als verdienten Vize-Meistertitel freuen. 

 

Für alle drei Sportler/-innen aus Konstanz hat nach dieser erfolgreichen Meisterschaft die Wettkampfsaison begonnen. Auch in diesem Jahr werden wieder einige Sportler/-innen vom Kanu-Club Konstanz auf Wettkämpfen aller Art um Edelmetall kämpfen. 



Monkey Jumble 2017

 

SÜDKURIER vom 17.10.17


Paddeln um den Affenstab

 

Beim Monkey Jumble der größten Drachenboot Langstreckenregatta in Europa und der größten Sportveranstaltung im Saarland in Saarbrücken war der Bodenseedrache, das Drachenbootteam vom Kanu-Club Konstanz mit am Start.

Gemeinsam mit 47 anderen Teams, die aus Deutschland, der Schweiz, den Niederlanden und England angereist waren, kämpften die Konstanzer auf der Saar um den silbernen Affenstab, den die schnellste Mannschaft am Ende des Rennens entgegen nehmen durfte. Das Rennen ist unter den Drachenbootmannschaften so beliebt, dass bereits 10 Minuten nach Freischaltung alle 48 Startplätze vergeben waren. Der Bodenseedrache hatte Glück und konnte von Startplatz 25 aus teilnehmen. Schon Wochen vorher begann sich das Team auf diesen Wettkampf vorzubereiten. Eine Woche vorher folgte noch ein schweißtreibendes Trainingslager, dann war die Vorbereitung abgeschlossen. Danach standen die besten 22 Sportler/-innen fest.

Am Wettkampftag warteten alle Sportler wie jedes Jahr voller Spannung auf den Countdown, der mit Kommentaren und Affengeschrei untermauert wurde. Sobald das Startsignal, ein Kanonenschuss, ertönt, setzen sich alle Boote gleichzeitig in Bewegung und alle Energie entlädt sich schlagartig. Begleitet von Affengeschrei, müssen sich Paddler/-innen, Trommler/-innen und Steuerleute auf 11 Kilometer Strecke und in 3 Wenden beweisen. Eine große Herausforderung vor allem für die Steuerleute, sind die Wenden, da es dort regelmäßig zu Kollisionen und kleineren Berührungen kommt. Der Bodenseedrache hatte Glück, dank Steuerfrau Antje Böhme gelang es die Wenden ohne größere Probleme zu meistern. Lediglich der Drachenschwanz wurde abgerissen und musste geborgen werden. Ein gegnerisches Boot war zu einfach zu dicht dran. Im Dreierpack zwischen Torpedo Drachen und Team LSdL kämpfte sich der Bodenseedrache nach vorne. Keine der Mannschaften konnte sich vor der 3. Wende absetzten und so fuhren sie zu dritt auf die Wendebojen zu. Normalerweise versuchen die Steuerleute die Kurve möglichst eng zu fahren, der Bodenseedrache musste jedoch den längeren Weg auf der Außenbahn neben den Torpedo Drachen fahren, da sich diese in der Innenkurve befanden. Nach der Wende gelang es den Torpedo Drachen sich etwas abzusetzen. Das Team LSdL mußte sich geschlagen geben. Der Bodenseedrache versuchte nun noch das Team aus Friedrichshafen einzuholen. Für ein Überholmanöver reichte auch ein harter Endspurt leider nicht mehr.

Ein so langes Rennen erfordert gute Ausdauer, der richtige Schlag und ein gut eingespieltes Team sind jedoch ebenso entscheidend. All das brachte der Bodenseedrache mit, die Schlagreihe besetzt mit Lisa Korn und Jasmin Schlinker, die den zu paddelnden Takt und Zwischenspurts vorgibt, feierten bei diesem Wettkampf ihren Einstand. Ihre Premiere ist ihnen sichtlich geglückt, denn das Team überquerte nach 55 Minuten und 42 Sekunden unter tosendem Beifall die Ziellinie. Gerademal 3 Sekunden hinter den Zeppelinos aus Friedrichshafen. Damit konnte der Bodenseedrache nicht nur seine Zeit, sondern auch die Platzierung vom Vorjahr verbessern und landete in der Gesamtwertung auf Rang 12. Ein traumhaftes Ergebnis für die Mannschaft von Thomas Maier, die sich in der nächsten Saison schon neue Herausforderungen sucht und mit seinem Team bestimmt wieder an der begehrtesten Regatta Europas teilnehmen wird.